Beliebte #ausgehetzt-Schilder werden zur Charity-Aktion

„A Mass statt Hass“, „Grantln – Ja! Hetzn – Nein!“ und „Mi Heimat es su Heimat“ – was am 22. Juli 2018 mit einigen improvisierten Schildern auf der #ausgehetzt-Demo in München begann, wurde schnell zum Internet-Hit und hundertfach geteilt. Nun haben sich die beiden Trachtler aus Riedering bei Rosenheim entschlossen, diese Öffentlichkeit für einen guten Zweck zu nutzen – ab sofort verkaufen sie unter der Homepage www.mass-statt-hass.de T-Shirts, deren Reinerlös von 15,00 € direkt an den Münchner Flüchtlingsrat geht.

Dass einige bayrische Politiker Elemente der bayrischen Kultur, christliche Werte und den Begriff „Heimat“ für Wahlkampfzwecke und für eine Politik der Abgrenzung missbrauchen, störte die beiden Trachtler schon lange. Kurzerhand entschlossen Georg Staber und Alexander Maria Dhom an der #ausgehetzt-Demo teilzunehmen – und das ganz bewusst mit Lederhose und Hut. „Uns geht es einfach darum zu zeigen, dass nach unserem Verständnis bayrische Kultur nichts mit Ab- und Ausgrenzung zu tun hat. Ich bin es einfach leid, dass sich Politiker im Trachtenjanker ins Bierzelt stellen, dann gegen Geflüchtete hetzen und das als bayrisch und christlich verkaufen wollen“, erklärt Alexander seine Motivation. Auf ihrer Homepage erklären die beiden weiter: „Für uns ist Heimat kein Ort, um den man einen Stacheldraht zieht, Heimat ist ein Garten mit weit offenem Gartentor. Immer größer werdender Hass, sich verbreitende unreflektierte Vorurteile, zunehmende Verrohung der Sprache und ein immer respektloserer Umgang miteinander sind nur einige der Entwicklungen, die in der bayrischen Politik zunehmend Einzug halten“. Drei Sprüche stehen sinnbildlich für diesen Missmut. „A Mass statt Hass“ soll darauf hinweisen, dass man gewisse Themen doch lieber bei einer Mass Bier diskutieren sollte, statt unüberlegten Hass im Internet zu verbreiten. „Grantln – Ja! Hetzn – Nein!“ bezieht sich auf den bayrischen Grant, der nicht selten als Ausrede für so manchen ausländerfeindlichen und unzeitgemäßen Stammtisch-Spruch herhalten muss und „Mi Heimat es su Heimat“ (in Anlehnung an das spanische Sprichwort „Mi casa es su casa“ – „Mein Zuhause ist dein Zuhause“) soll ein positives und einladendes Bild von „Heimat“ vermitteln.

Nun haben sich die beiden Trachtler dazu entschlossen, diese drei Sprüche ihrer Demo-Schilder für einen guten Zweck zu nutzen und um Geld für den Münchner Flüchtlingsrat zu sammeln. Ab sofort verkaufen sie unter der Homepage www.mass-statt-hass.de 100% biologische und fairtrade T-Shirts mit den Sprüchen ihrer Schilder in den Größen S, M, L, XL, XXL und in Kindergrößen. Das Design wurde – angelehnt an die ursprüngliche Schrift der Schilder – vom Münchner Grafik-Designer Michael Wiethaus adaptiert.

Pro verkauftem Exemplar werden 15,00€ direkt als Spende an den Münchner Flüchtlingsrat weitergeleitet, dessen Ziel es ist, die Öffentlichkeit und Politik für die Lebenssituation geflüchteter Menschen zu sensibilisieren und Geflüchtete und ehrenamtliche Helfer in Fragen des Asylrechts zu beraten.

Über diese Aktion wurde bereits von der Süddeutschen Zeitung berichtet, der entsprechende Artikel ist hier zu finden.