Neue Fortbildungsreihe Frühjahr 2021

Im März startet unsere neue Fortbildungsreihe. Dieses Mal mit folgenden Fortbildungen:
09.03.21 Einführung und Asylverfahren
16.03.21 Materielles Asylrecht
30.03.21 Aufenthaltsrecht
05.04.21 Arbeit und Ausbildung
14.04.21 Aufenthalt nach § 25.5 AufenthG
20.04.21 Resettlement und andere humanitäre Aufnahmeprogramme
27.04.21 Passbeschaffung
13.05.21 Das Ausweisungsverfahren

Die Fortbildungen finden dieses Mal alle über Zoom statt und beginnen um 18.30 Uhr. Für Ehrenamtliche find alle Fortbildungen kostenlos. Die Teilnahmegebühr für Hauptamtliche beträgt 20 € je Fortbildung, es können aber auch alle Fortbildungen zu einer Gesamtgebühr von 100€ gebucht werden. Eine Anmeldung ist hier möglich. Weiter Informationen sind auch in unserem Flyer zu finden: 21_Frühjahr_Fortbildung

Pressemitteilung 16.12.2020

Harter Lockdown und gleichzeitige Wiederaufnahme von Abschiebungen ins Kriegsgebiet Afghanistan

Heute treten bundesweit verschärfte Maßnahmen in Kraft. Bis vorerst 10. Januar bleiben die meisten Einzelhandelsgeschäfte geschlossen, es gelten weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen, ab 21 Uhr gilt eine Ausgangssperre in Bayern. Das alles wird umgesetzt, weil die Regierung die Realität der Corona-Pandemie anerkennt. Angesichts der steigenden Infektionszahlen werden diese Maßnahmen zum Schutz aller umgesetzt.

Ebenso am heutigen Tag werden die Abschiebungen nach Afghanistan wieder aufgenommen, nach neun-monatiger pandemie-bedingter Unterbrechung. In Afghanistan herrscht seit über vier Jahrzehnten Krieg, aktuell ist der Krieg dort der tödlichste Konflikt weltweit. Obwohl sich die Kriegslage in Afghanistan in den letzten Jahren konstant verschärfte, sank die Anerkennungsquote für Geflüchtete aus Afghanistan. Im aktuellen UN-Lagebericht ist die Rede von zahlreichen Angriffen allein in der letzten Woche, auch in der Hauptstadt Kabul. Erst vor vier Tagen detonierten Raketen am Flughafen Kabul und in Wohngebieten. Die Realität des Krieges in Afghanistan wird also offensichtlich von Seiten der Bundesregierung, allen voran dem Bundesinnenministerium, nicht anerkannt. Die Faktenlage über Afghanistan wird bewusst ignoriert, um weiterhin Abschiebungen forcieren zu können.

Dass am heutigen Tag diese beiden Ereignisse – harter Lockdown in Deutschland und Wiederaufnahme der Abschiebungen nach Afghanistan – zusammenfallen, macht deutlich, dass Deutschland mit zweierlei Maß misst, was den Schutz von Menschen sowie die Achtung und Wahrung von Menschenrechten angeht. Wir erinnern und bestehen darauf, dass der Schutz aller Menschen gleichermaßen viel wert sein muss.

Der Münchner Flüchtlingsrat fordert ohnehin angesichts der Kriegslage in Afghanistan, aber noch mit Nachdruck aufgrund der Verschärfung der dortigen Situation durch die Covid-19-Pandemie einen sofortigen Abschiebestopp.

PM zum Tag des Ehrenamts am 05. Dezember

Das Jahr 2020 hat vieles sichtbarer gemacht, was bereits zuvor als prekär galt. Die derzeitige Pandemie trifft Geflüchtete stärker als andere Teile der Gesellschaft. Sei es, dass Geflüchtete in den Unterkünften komplett auf sich allein gestellt sind, wenn eine pauschale Quarantäne verhängt wird oder wenn Selbsbestimmungsrechte schlicht nicht wahrgenommen werden können. Besonders in diesem Coronageprägten Jahr haben sich außergewöhnlich viele Freiwillige gemeldet, auch weil Ihnen die vorhandene Ungleichheit bewusst wurde und sie hier ihren Beitrag leisten wollen. Ohne das großartige Engagement aller Freiwilligen wären die bestehenden sozialen Differenzen in der Gesellschaft noch deutlich größer.

Die volle Pressemitteilung finden Sie hier: 2020_12_Pressemittteilung zum Tag des Ehrenamts.

Brandbrief: MACHEN SIE IHRE HAUSAUFGABEN!

Schulische Teilhabe ermöglichen, auch in Zeiten von Corona!

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CAMPUS DI MONACO
MÜNCHNER FLÜCHTLINGSRAT
BAYERISCHER FLÜCHTLINGSRAT

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BRANDBRIEF an:

Bayerische Staatsregierung
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Bayrisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration
Schulämter in Bayern

Mittwoch 25. November 2020

Der erste Lockdown im Frühjahr hat es überdeutlich gezeigt: Bei der Umstellung an den bayerischen Schulen von Präsenz- auf Distanz-Unterricht sind viele der Schülerinnen und Schüler auf der Strecke geblieben. Besonders Kinder- und Jugendliche aus familiären Verhältnissen ohne gesicherten Zugriff auf das benötigte technische Gerät wie Tablet, Laptop, PC und Drucker, oder ohne stabilen Internet-Zugang waren praktisch und faktisch von der Teilnahme am digitalen Unterricht ausgeschlossen. Die massiv negativen Auswirkungen auf die Psyche, die Entwicklung und die Chancen der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind hinreichend bekannt und ein Grund dafür, jetzt im zweiten Lockdown unbedingt am Präsenzunterricht festzuhalten.

Die vorherrschende Annahme, dass jede Schülerin und jeder Schüler über die Voraussetzungen verfügt, um am digitalen Unterricht teilzunehmen, entpuppte sich als gefährlicher Trugschluss. Geflüchtete Kinder und Jugendliche in Gemeinschaftsunterkünften waren von der Umstellung besonders hart getroffen, weil dort meist kein W-Lan zur Verfügung steht, und viele dieser Haushalte weder über das notwendige technische Gerät noch über die räumlichen Möglichkeiten eines Homeschoolings verfügen.

Es ist löblich dass eine Digital-Offensive gestartet wurde und viele Schulen mit Leihgeräten ausgestattet wurden, aber es müssen auch digitale Kontaktmöglichkeiten zwischen Schüler- und Lehrerschaft gewährleistet werden. Doch gerade jene Schülerinnen und Schüler, die nicht auf elterliche Unterstützung zählen können – sei es aus Sprachmangel oder aus Zeitkapazitäten – sind auf die persönlichen Kontakte mit ihren Pädagogen und Pädagoginnen angewiesen. Kein versendetes Arbeitsblatt kann das Ermutigen, Motivieren und Unterstützen der Fachkräfte ersetzen.

„Uns ist bewusst, wie herausfordernd die Pandemie bedingte Situation für alle Beteiligten ist. Dass wir jedoch monatelang sehenden Auges auf den Ausschluss gerade derjenigen Schüler*innen zusteuern, die die schulische Förderung am dringendsten brauchen, finde ich untragbar,” so Antonia Veramendi, Schulleiterin.

Zwischen der ersten Schulschließung und den aktuellen Corona-Maßnahmen sind mittlerweile viele Monate vergangen. Zeit genug, um auf die Erfahrungen der ersten Corona bedingten Schulschließung einzugehen und um wirksame Maßnahmen gegen den Unterrichtsausschluss ganzer Schüler*innengruppen zu ergreifen. Diese Chance ist aus unserer Sicht versäumt worden.

Jetzt stehen wir unmittelbar vor einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Eine Schließung der bayerischen Schulen zumindest in Teilen ist zu erwarten. Schließungen einzelner Jahrgänge sowie ganzer Schulen aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen sind bereits Alltag in Bayern. Geflüchtete Kinder in Unterkünften sind zudem weit überproportional von Quarantänemaßnahmen betroffen, weil bei nur einem Infektionsfall regelmäßig die gesamte Unterkunft in Quarantäne versetzt wird, und die Quarantäne nicht selten über Wochen immer wieder verlängert wird.

Als Mittelschule mit einem hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationserfahrung müssen wir leider feststellen, dass viele unserer Schüler*innen wegen fehlender technischer Infrastruktur in den Unterkünften erneut von der Teilnahme an den Online-Unterrichtsphasen ausgeschlossen sind. Durch das beherzte Eingreifen von Ehrenamtlichen, Privatinitiativen und engagierten Lehrkräften und Sozialarbeiter*innen gelingt es uns in Einzelfällen, Schülerinnen provisorisch mit aus eigener Tasche bezahlten Mobilen Daten auszustatten, sodass sie sich stundenweise Hotspots für ihren Online-Unterricht einrichten können. Das reicht aber nicht.

Wir sehen das bayerische Kultusministerium und die städtischen Schulbehörden in der Pflicht unverzüglich für Abhilfe zu sorgen. Sorgen Sie mutig und richtungsweisend dafür, dass das Grundrecht auf Bildung und auf schulische Teilhabe für ALLE Kinder nicht zu einer hohlen Phrase verkommt. Sorgen sie bei den für die Unterbringung von Geflüchteten zuständigen Bezirksregierungen und Behörden dafür, dass den Schülerinnen und Schülern in Bayern die W-Lan Voraussetzungen für die schulische Teilhabe am Unterricht bereitstehen. Bildung und Teilhabe darf nicht einfach diskriminieren!

Neues EuGH-Urteil für syrische Flüchtlinge.

Der EuGH hat am 19.11.2020 entschieden, dass syrischen Wehrdienstverweigerer die Flüchtlingsanerkennung zusteht und nicht, wie vom BAMF und deutschen Gerichten in den letzten Jahren entschieden, nur der subsidiäre Schutz. Das bedeutet als Konsequenz für alle syrischen Flüchtlinge mit subsidiären Schutz, die vor der Wehrpflicht geflohen sind, dass sie nun innerhalb von 3 Monaten einen Folgeantrag stellen können. Wir beraten gerne zu dem Thema.

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/eugh-urteil-c-23819-wehrpflicht-fluechtlinge-voraussetzungen-asyl-ovg-deutsche-rechtsprechung/

Offener Brief an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die zentrale Ausländerbehörde Oberbayern

Stellenausschreibung Infobus Ingolstadt

20.10. – Nächste Sendung des MFR auf Radio Lora

In der nächsten Sendung des Münchner Flüchtlingsrats am 20.10. um 19 Uhr auf Radio Lora 92,4 ist unser Thema die Situation der Geflüchteten auf Lesbos. Auf einen kurzen geschichtlichen Abriss des Camps Moria folgt ein Gespräch mit Prof Dr. Gerhard Trabert, der vor Ort auf Lesbos geflüchtete Menschen ärztlich versorgt hat. Gerhard Trabert ist Mediziner und Sozialarbeiter, hat u.a. eine Professur an der Hochschule in Wiesbaden, betreibt eine mobile Praxis in Mainz und versorgt so obdachlose Menschen und fährt immer wieder auf Auslandseinsätze in Krisengebiete. In unserer Sendung geht es um seinen letzten Auslandseinsatz auf Lesbos kurz nach der Brandkatastrophe im September diesen Jahres.
Wie immer könnt Ihr anschließend die Sendung als Podcast auf unserer Homepage anhören.

Refugee Aktionstag Fürstenfeldbruck

Das Ankerzentren in Fürstenfeldbruck ist ein Musterbeispiel der Ausgrenzung und des Unsichtbarmachens geflüchteter Menschen in Bayern. Mitten im Nirgendwo werden Menschen isoliert und mit ihren Problemen alleine gelassen. Die Probleme sind dabei zahlreich: lange und zermürbende Asylverfahren, problematische Unterbringung in Großlagern, Arbeitsverbote, keine Deutschkurse und schlechte gesundheitliche Versorgung sind nur ein paar, der vielen täglichen Missstände.
Mit dem Aktionstag am 10.10. will ein großes Bündnis aus Geflüchteten aus den Ankerzentren und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf die Lebenssituation in den Ankerzentren aufmerksam machen.
Unterstützt ihren Protest!
Kommt am 10.10. zum Rathaus in FFB, tragt Masken, haltet Abstand und demonstiert gemeinsam mit uns für die gleichen Rechte für alle!
*english*
The Ankerzentrum in Fürstenfeldbruck is a prime example of the exclusion and invisibility of refugees in Bavaria. In the middle of nowhere, people are isolated and left alone with their problems. The problems are numerous: long and grueling asylum procedures, problematic accommodation in large camps, work bans, no German courses and poor health care are just a few of the many daily issues.
With this action day on October 10th 2020, a large alliance of refugees from the Ankerzentrum and civil society organizations wants to draw attention to the living situation in the Ankerzenter.
Support their protest!
Come to the town hall in FFB on 10.10., wear masks, keep your distance and join us in demonstrating for equal rights for all!