Familiennachzug zu UMFs: Frist (26.04.) beachten!

Am 12.04.2018 gab es ein  EuGH-Urteil zum Familiennachzug zu unbegleitet minderjährigen Flüchtlingen. Demnach haben alle jungen Geflüchteten, die zum Zeitpunkt der Asylantragsstellung minderjährig waren und ihnen dann die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt wurde, ein Recht auf Familiennachzug. Also auch dann, wenn sie inzwischen über 18 Jahre alt sind.

ProAsyl schreibt dazu:

„Allen betroffenen jungen Flüchtlingen (die GFK-Anerkennung ist Voraussetzung) ist zu raten, sich fachlich beraten zu lassen und fristwahrend (innerhalb von 2 Wochen = bis 26.04.2018) einen Antrag auf Familiennachzug (Nachzug der Eltern) zu stellen, wenn sie bei Asylantragstellung noch minderjährig waren. Komplizierter ist die Konstellation, wenn der GFK-Status erst nach einer entsprechenden Klage erteilt wurde, aber auch hier müsste eigentlich der Grundsatz der EuGH-Entscheidung gelten.

Für diejenigen, deren Antrag auf Familiennachzug schon abgelehnt wurde, gibt es auch die Möglichkeit der Remonstration innerhalb eines Jahres nach Ablehnung (siehe auch https://familie.asyl.net/ausserhalb-europas/interventionsmoeglichkeiten-rechtsmittel/, unter Rechtsmittel).“

Und weiter:

„Wenn es jemand nicht innerhalb der Zwei-Wochen-Frist schafft, heißt das nicht unbedingt, dass es zu spät ist: Es ist gut möglich, dass Behörden und Gerichte später entscheiden, dass die Einhaltung der Zwei-Wochen-Frist nach Veröffentlichung des EuGH-Urteils (ohne die deutsche Bundesregierung mitgeteilt hat, wie sie das Urteil umsetzen möchte) den Leuten nicht zugemutet werden kann, also auch ein späterer Antrag wirksam ist. Das sollte so schnell wie möglich mit fachkundigen Rechtsanwält_innen geklärt werden. Aber wir denken, dass es ratsam ist, sicherheitshalber den Antrag innerhalb dieser Frist zu stellen, wenn es irgendwie möglich ist. Schaden wird es jedenfalls nicht.“

 

Siehe auch: