Schulen für junge Flüchtlinge

Flüchtlingskinder im Grund- und Hauptschulalter waren in Bayern immer schon schulpflichtig. Übergangsklassen helfen ihnen dabei, den Anschluss an die einheimischen SchulkameradInnen zu finden. Wer bei der Einreise jedoch schon älter als 15 1/2 Jahre war, hatte bis vor einigen Jahren in der Regel keinen Zugang mehr zum Schulsystem – obwohl für diese Jugendlichen unserer Meinung nach die Berufsschulpflicht galt.

Das erste Angebot für diese Altersgruppe entstand durch den im Jahr 2000 auf Initiative von Michael Stenger und weiterer MitstreiterInnen gegründeten „“Trägerkreis zur Förderung von Bildung und Integration von Flüchtlingskindern und -jugendlichen e.V.“: das SchlaU-Projekt (SchlaU steht für schulanaloger Unterricht).

Inzwischen ist die SchlaU-Schule eine staatlich anerkannte Ergänzungsschule. Hunderte von jungen Flüchtlingen haben dort schon den Mittelschulabschluss oder gar den Quali geschafft – und das meist innerhalb von zwei Jahren. Sie sind inzwischen zu begehrten Auszubildenden und Fachkräften geworden.

Ein weiteres Angebot existiert seit Jahren bei der Münchner Volkshochschule: FlüB&S – Flüchtlinge in Beruf und Schule. Auch FlüB&S führt junge Flüchtlinge in zwei Jahren zum Abschluss.

Schließlich erkannte auch der bayerische Kultusminister die Berufsschulpflicht für junge Flüchtlinge an. Sie gilt bis zum 18. Lebensjahr. Ein Recht auf den Besuch der Berufsschule haben junge Flüchtlinge bis 21, in Ausnahmefällen bis 25.

Seit 2010 gibt es in daher München Flüchtlingsklassen an der „städtischen Berufsschule zur Berufsvorbereitung am Bogenhauser Kirchplatz“ – kurz BOKI.

Obwohl SchlaU und BOKI ihre Klassenzahl ständig erhöhen, finden auch heute noch nicht einmal in München alle jungen Flüchtlinge einen Schulplatz.