Das Projekt

Beratungsgespräch am Infobus.
Beratungsgespräch am Infobus.

Warum gibt es den Infobus?

Die Geschichte des Infobusses beginnt im Jahr 2001. Barbara Bauer, die Initiatorin, rauft sich noch heute die Haare, wenn sie zurückdenkt: „Ich arbeitete damals in der Flüchtlingssprechstunde von amnesty international. Doch kamen die Flüchtlinge nie zur Vorbereitung ihres Asylverfahrens zu uns, sondern immer erst, wenn eigentlich schon alles zu spät war, wenn sie die Ablehnung ihres Asylantrags schon erhalten hatten, die Abschiebung kurz bevorstand.“ Bauer fand das frustrierend. „Hätten sie vorher besser Bescheid gewusst über das, was im Asylverfahren auf sie zukommt, vor allem auch über das alles entscheidende Kernstück, die Anhörung vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dann wäre manch ein Fall sicherlich positiver ausgegangen.“ So entstand die Idee, die Flüchtlinge bereits im Vorfeld, also noch vor der Anhörung, besser zu informieren und zu beraten und dies vor allem vor Ort in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu tun. „Und zwar in einem Bus“, erzählt Barbara Bauer, „denn ein Bus ist nicht so formal wie ein Büro: Er ist einladender, persönlicher, wohlwollender.

Infobus vor der Flüchtingsunterkunft
Infobus vor der Flüchtingsunterkunft

Wer kommt zu uns?

In der Regel sind es Flüchtlinge, die gerade in Deutschland angekommen sind und über den bundesweiten Verteilerschlüssel der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach München zugewiesen wurden.

Im Jahr 2012 gab es über 16.00 Beratungsgespräche mit 1.020 Asylsuchenden aus insgesamt 33 verschiedenen Ländern. Das größtenteils ehrenamtliche Infobus-Team begleitete sie bei den ersten Schritten ihres Asylverfahrens: von der Anhörungsvorbereitung über die Protokollrückübersetzung bis hin zu Informationen rund um ihre soziale Situation – häufig auch noch nach Auszug aus der Erstaufnahmeinrichtung.

Auszeichnung

Das Projekt Infobus für Flüchtlinge wurde am 2. Februar 2006 „für seinen engagierten Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt und für ein friedliches Zusammenleben in München“ mit dem Förderpreis Münchner Lichtblicke ausgezeichnet, den die Landeshauptstadt München, der Ausländerbeirat und der Verein Lichterkette e.V. vergeben.

Unterstützer

Podcast: Fatma Ali

Ich komme aus Somalia und habe 2006 Asyl in Deutschland beantragt. Flüchtlinge sagen über mich, ich befinde mich in der gleichen Situation und kenne mich aus.


Podcast: Anja Jurkovic

Ich habe gedacht, für den Infobus zu arbeiten, ist etwas Sinnvolles. Es ist sehr interessant, weil man viele Leute aus verschiedenen Ländern trifft und viele verschiedene Geschichten hört.


Podcast: Nasima

Ich komme aus Afghanistan. Ich war vor 31 Jahren selbst Asylbewerber in Deutschland. Ich wollte eines Tages auch den Menschen, die nach Deutschland kommen, helfen.


Podcast: Shafir Kassavari

Ich bin seit sieben Jahren in Deutschland und kenne das Gefühl, wenn Menschen die deutsche Sprache nicht sprechen.


Podcast: Rebecca

[Platzhalter Podcast Rebecca]

Der Infobus arbeitet unkompliziert und sehr klientenfreundlich. Wir haben keine Berührungsängste, sind für die Menschen da und bauen Barrieren ab.

Beratung speziell für Frauen

Seit Anfang 2013 bietet der Infobus für Flüchtlinge in Kooperation mit SOLWODI – der Beratungsstelle für Frauen in Not – spezielle beratung für Frauen an. Die Beratung und Unterstützung während des Asylverfahrens – bei frauenspezifischen Fluchthintergründen – übernehmen hierbei ausschließlich weibliche Fachberaterinnen und Dolmetscherinnen.

Die Beraterinnen von SOLWODI sind immer Mittowchs von 17-19 Uhr in der Bayernkaserne am Infobus.

Auf Grund des hohen Beratungsbedarfs für Frauen kooperiert der Infobus seit Januar 2015 ebenfalls mit der Frauenorganisation JADWIGA. Diese bieten in der Bayernkaserne ein Frauencafé (jeden Donnerstag, 10:00-14:00 in Haus 18, Zimmer 102) und eine Beratungssprechstunde (jeden Montag, 10:00-14:00 in Haus 18, Zimmer 102) für schutzbedürftige Frauen in der Erstaufnahme an.

Somit soll den Frauen der Zugang zu Beratung erleichtert werden und die Unterstützung besonders schutzbedürftiger von Anfang an gewährleistet werden.

Podcast: G. Höbenreich-Hajek