Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Kinder, die ohne ihre Eltern auf der Flucht sind (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – UMF), sind besonders schutzbedürftig. Fast alle sind durch die Erlebnisse zuhause und auf der Flucht traumatisiert.

Die Jugendämter sind nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz verpflichtet, sie umgehend in Obhut zu nehmen, ihre Situation und ihren Hilfebedarf zu klären und dafür zu sorgen, dass sie einen Vormund erhalten.

Sowohl die UN-Kinderrechtskonvention, das Haager Minderjährigenschutzabkommen als auch die verschiedenen EU-Richtlinien erkennen besondere Rechte für diese Kinder und Jugendlichen an.

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen steigt natürlich auch die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen. Bedingt durch seine Lage an wichtigen Verkehrswegen aus Süd- und Südosteuropa ist München in Deutschland die Stadt mit den meisten UMF. Das stellt das Jugendamt vor große Herausforderungen, genügend geeignete Unterbringungsmöglichkeiten und Betreuungspersonal zu finden. Leider entsprechen etliche der derzeitigen Unterbringungen bei weitem nicht den gesetzlich festgeschriebenen Jugendhilfestandards.

Viele der Jugendlichen werden nach einigen Monaten in andere Orte Bayerns verlegt – was für sie eine erneute Entwurzelung bedeutet.

Die Unterbringung, Betreuung und Beschulung der jungen Flüchtlinge kostet viel Geld (die Jugendhilfekosten werden der Stadt aber vom Freistaat ersetzt). Doch dieses Geld ist eine gut angelegte Investition in Münchens Zukunft. Haben die Jugendlichen erst einmal den Mittelschulabschluss oder Quali, sind sie begehrte Auszubildende für Münchens Wirtschaft und anschließend gefragte Fachkräfte.