Abschiebung nach Afghanistan am 11.09.18

Am Dienstag, 11.09.2018, findet die nächste Abschiebung nach Afghanistan statt. Bitte informiert euch und eure Bekannten und sucht rechtzeitig anwältliche Unterstützung und Beratung auf. Hier nochmal die Warnhinweise vom Bayerischen Flüchtlingsrat: https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/

Beliebte #ausgehetzt-Schilder werden zur Charity-Aktion

„A Mass statt Hass“, „Grantln – Ja! Hetzn – Nein!“ und „Mi Heimat es su Heimat“ – was am 22. Juli 2018 mit einigen improvisierten Schildern auf der #ausgehetzt-Demo in München begann, wurde schnell zum Internet-Hit und hundertfach geteilt. Nun haben sich die beiden Trachtler aus Riedering bei Rosenheim entschlossen, diese Öffentlichkeit für einen guten Zweck zu nutzen – ab sofort verkaufen sie unter der Homepage www.mass-statt-hass.de T-Shirts, deren Reinerlös von 15,00 € direkt an den Münchner Flüchtlingsrat geht.

Dass einige bayrische Politiker Elemente der bayrischen Kultur, christliche Werte und den Begriff „Heimat“ für Wahlkampfzwecke und für eine Politik der Abgrenzung missbrauchen, störte die beiden Trachtler schon lange. Kurzerhand entschlossen Georg Staber und Alexander Maria Dhom an der #ausgehetzt-Demo teilzunehmen – und das ganz bewusst mit Lederhose und Hut. „Uns geht es einfach darum zu zeigen, dass nach unserem Verständnis bayrische Kultur nichts mit Ab- und Ausgrenzung zu tun hat. Ich bin es einfach leid, dass sich Politiker im Trachtenjanker ins Bierzelt stellen, dann gegen Geflüchtete hetzen und das als bayrisch und christlich verkaufen wollen“, erklärt Alexander seine Motivation. Auf ihrer Homepage erklären die beiden weiter: „Für uns ist Heimat kein Ort, um den man einen Stacheldraht zieht, Heimat ist ein Garten mit weit offenem Gartentor. Immer größer werdender Hass, sich verbreitende unreflektierte Vorurteile, zunehmende Verrohung der Sprache und ein immer respektloserer Umgang miteinander sind nur einige der Entwicklungen, die in der bayrischen Politik zunehmend Einzug halten“. Drei Sprüche stehen sinnbildlich für diesen Missmut. „A Mass statt Hass“ soll darauf hinweisen, dass man gewisse Themen doch lieber bei einer Mass Bier diskutieren sollte, statt unüberlegten Hass im Internet zu verbreiten. „Grantln – Ja! Hetzn – Nein!“ bezieht sich auf den bayrischen Grant, der nicht selten als Ausrede für so manchen ausländerfeindlichen und unzeitgemäßen Stammtisch-Spruch herhalten muss und „Mi Heimat es su Heimat“ (in Anlehnung an das spanische Sprichwort „Mi casa es su casa“ – „Mein Zuhause ist dein Zuhause“) soll ein positives und einladendes Bild von „Heimat“ vermitteln.

Nun haben sich die beiden Trachtler dazu entschlossen, diese drei Sprüche ihrer Demo-Schilder für einen guten Zweck zu nutzen und um Geld für den Münchner Flüchtlingsrat zu sammeln. Ab sofort verkaufen sie unter der Homepage www.mass-statt-hass.de 100% biologische und fairtrade T-Shirts mit den Sprüchen ihrer Schilder in den Größen S, M, L, XL, XXL und in Kindergrößen. Das Design wurde – angelehnt an die ursprüngliche Schrift der Schilder – vom Münchner Grafik-Designer Michael Wiethaus adaptiert.

Pro verkauftem Exemplar werden 15,00€ direkt als Spende an den Münchner Flüchtlingsrat weitergeleitet, dessen Ziel es ist, die Öffentlichkeit und Politik für die Lebenssituation geflüchteter Menschen zu sensibilisieren und Geflüchtete und ehrenamtliche Helfer in Fragen des Asylrechts zu beraten.

Über diese Aktion wurde bereits von der Süddeutschen Zeitung berichtet, der entsprechende Artikel ist hier zu finden.

25.08.18 – European Protests – Build Bridges not Walls! / Demo in München

Aufruf zur Großdemo am 25.08.2018 um 14:00 am Europaplatz in München zum Auftakt der europaweiten Protestwoche

Seenotrettung ist nicht verhandelbar – unterlassene Hilfe strafbar!

Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht!

Täglich verlassen seeuntaugliche Boote die Küsten der nördlichen Staaten Afrikas Richtung Europa. Menschen werden durch ihre Lebensrealität zur Flucht und der lebensgefährlichen Überquerung des Mittelmeers gezwungen. Nach wenigen Seemeilen auf den Booten geraten sie in Seenot. Die Hilfe vor dem Ertrinken bleibt aus.

Laut UNHCR sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 1.500 Menschen dort ertrunken. Fast alle Schiffe von privaten Rettungsorganisationen wurden in Häfen festgesetzt. Denen, die Geflüchtete in Seenot aufnehmen, wird der Einlauf in Häfen verwehrt. Die Behörden der EU-Staaten blockieren systematisch die private Seenotrettung, Politiker*innen wie Seehofer, Salvini und Kurz rechtfertigen das Inkaufnehmen des Todes von Menschen als Abschreckungsmaßnahme.

Das Sterben im Mittelmeer ist politisch gewollt und wird von der EU hingenommen. Dieser Angriff auf die Würde des Menschen, die Grundrechte und das internationale Seerecht ist ein Angriff gegen uns alle! Ihm gilt es auf allen Ebenen entgegenzutreten!

Nach wochenlangen Aktionen und Demos in ganz Deutschland wollen wir in der Woche vom 25.08. – 02.09.2018 in ganz Europa gemeinsam auf die Straßen gehen:

Den Auftakt der europaweiten Aktion bildet die Großdemonstration in München – kommt alle am 25.08.2018 um 14 Uhr zum Europaplatz!

Wir fordern von der EU und deren Staaten die Entkriminalisierung der Seenotrettung, sichere und legale Fluchtwege, sowie die Sorge für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsländern. Die Abschottungspolitik (Militarisierung, Push-Backs, „EU-Türkei-Deal“ usw.) an den EU-Außengrenzen, die Geflüchtete dazu zwingt, immer gefährlichere Fluchtrouten zu wählen, muss beendet werden. Die zynische Verschiebung der EU-Außengrenze in die Türkei und bis weit in den afrikanischen Kontinent hinein, muss einer Kooperation aller europäischer Staaten mit dem Ziel der Aufnahme und Integration Schutzsuchender weichen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, in Zusammenarbeit mit den EU-Staaten eine umfangreiche Seenotrettung, sowie die Aufnahme der Geretteten in Europa zu ermöglichen. Die Unterstützung von menschenfeindlichen Regimen mit Geld und Waffen muss sofort beendet werden. Statt Abschiebungen fordern wir ein umfassendes Recht auf Bewegungsfreiheit.

Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf, ihre Politik der Abschreckung und Ausgrenzung sofort zu beenden. Das isolierende Konzept der sogenannten „AnkERZentren“ ist sofort einzustellen. Es braucht eine dezentrale Unterbringung, mit Bleibeperspektiven, um Geflüchteten ein menschenwürdiges, gutes Leben zu ermöglichen.

Wir fordern, dass München und weitere bayerische Städte sich den Aufrufen von Köln, Bonn, Düsseldorf und Regensburg anschließen und für Menschen, die über das Mittelmeer und durch Wüsten fliehen müssen, Orte werden, die sie aufnehmen und die ihnen Schutz bieten.

Wir fordern eine starke Seenotrettung und offene Häfen, Ursachenbekämpfung, sichere Fluchtrouten und eine EU, ihre Staaten und ein München, die sich solidarisch zeigen und flüchtenden Menschen Schutz bieten. Wir wollen Brücken bauen, keine Mauern!

Deshalb unterstützen wir auch die Europäische Bürgerinitiative (EBI) #WelcomingEurope! Bekommt diese Petition 1 Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern ist die Europäische Kommission verpflichtet, unsere Forderungen anzuhören. Deine Unterschrift zählt: weareawelcomingeurope.eu

Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Mit der Farbe Orange – der Farbe der Rettungswesten – zeigen wir unsere Solidarität mit den flüchtenden Menschen, sowie den Seenotrettungsorganisationen. Nur mit eurer Unterstützung können wir unsere Botschaft der Solidarität auf die Straßen Europas tragen und den notwendigen Druck auf die Staaten und Städte der EU ausüben.

EUROPEAN PROTESTS – BUILD BRIDGES, NOT WALLS!
#BRIDGESNOTWALLS

Nächste Abschiebung nach Afghanistan findet am 14.08. von München aus stat

Bitte informiert alle, die das betreffen könnte.
Hier verweisen wir hiermit nochmal auf die Zusammenstellung von Hinweisen vom Bayerischen Flüchtlingsrat in deutsch (aktualisiert!) und dari/persisch. Dort findet Ihr Informationen, welche Personengruppen gefährdet sind und welche nicht – außerdem einige Tipps. Generell betroffen sind  nach der Aufhebung der Einschränkungen insbesondere alle rechtskräftig abgelehnten, alleinstehenden Männer. Eventuell Betroffenen empfehlen wir, dringend Beratung aufzusuchen!
Wir fordern weiterhin einen sofortigen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan! Mehr Informationen zur  Not-safe-Kampagne und der Situation in Afghanistan findet Ihr hier. Afghanistan ist nicht sicher!