Pressemitteilung zum internationalen Tag des Ehrenamts

05.12.17 | Münchner Flüchtlingsrat | Goethestr. 53 | 80336 München | 089 12390096 | info (at) muenchner-fluechtlingsrat.de | Ansprechperson: Elif Beiner

 

Heute am 5. Dezember ist internationaler Tag des Ehrenamts. Diesen Anlass möchte der Münchner Flüchtlingsrat nutzen, um die herausragende Arbeit der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit aufzuzeigen.

Auch wenn die Früchte der Willkommenskultur aus dem Jahr 2015 immer mehr aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwinden und stattdessen Rechtspopulismus die derzeitige Flüchtlingsdebatte zu dominieren scheint, gibt es nach wie vor zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Helferinnen die durch ihre Arbeit ein ununterbrochenes Zeichen gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft setzen. All diese Ehrenamtlichen leisten täglich unschätzbar wertvolle Arbeit, ob nun in der Hausaufgabenbetreuung, der Sprachvermittlung oder den zermürbenden Begleitungen zu Behörden. Sie bauen in diesen Bereichen Brücken, welche die Politik es nicht schafft sie zu bauen, beziehungsweise gar keine bauen möchte.

„Die Frustration, die viele Ehrenamtliche im derzeitigen politischen Klima erleben ist erschreckend und viele Ehrenamtliche fühlen sich von der Politik enttäuscht und verraten“ so Elif Beiner Ehrenamtskoordinatorin des Münchner Flüchtlingsrats. Während Ehrenamtliche gemeinsam mit den Geflüchteten versuchen sich an die neuen Umstände anzupassen, verhindert die Politik, dass sich die Geflüchteten in Deutschland ein neues Leben aufbauen können, sei es durch die Aussetzung des Familiennachzugs, durch Arbeits- und Ausbildungsverbote oder durch eine gnadenlose Abschiebepraxis“, so Beiner. „Wir erleben leider häufig, dass Ehrenamtliche durch den ständigen Kampf mit Behörden und der Ohnmacht gegenüber politischen Entscheidungen, so erschöpft sind, dass ihnen die Kraft fehlt, um weiter zu machen.“

Der Wandel des politischen Klimas spiegelt sich auch in den Interessierten im Ehrenamt wieder. Während sich 2015 monatlich bis zu 60 Leute für eine Ehrenamtsvermittlung beim Münchner Flüchtlingsrat gemeldet haben, sind es heute nicht mal mehr die Hälfte an Menschen, die zu einem Infoabend für Ehrenamtliche kommen. „Die Menschen sind verunsichert und populistische Stimmungsmache, auch wenn sich davon öffentlich klar distanziert wird, trägt trotzdem dazu bei, dass Ressentiments wachsen“, so Elif Beiner. „Dabei ist es selten so wichtig wie jetzt gewesen, dass die Gesellschaft ein klares Zeichen gegen rassistische und rechtspopulistische Hetze setzt. Unsicherheiten und Ängste können am besten durch den persönlichen Kontakt abgebaut werden und dafür gilt unser Dank und unsere Hochachtung all den Ehrenamtlichen, die sich jeden Tag für eine offene Gesellschaft durch ihre großartige Arbeit einsetzen.“