AnkER-Watch

Zum Jahrestag der AnkER-Zentren wurde das Netzwerk Anker-Watch gegründet. Ziel ist es, die Intransparenz, Isolation und Hoffnungslosigkeit der AnkER-Zentren zu durchbrechen. Der Münchner Flüchtlingsrat hat sich zusammen mit weiteren Organisationen und Initiativen, wie dem Bayerischen Flüchtlingsrat, dem Arbeitskreis Kritische Sozialarbeit München, dem Augsburger Flüchtlingsrat, Jusitz Watch, dem Würzburger Flüchtlingsrat sowie Einzelpersonen entschlossen Anker-Watch ins Leben zu rufen. Ziel ist es über ein kritisches Monitoring die Zustände in den AnkER-Zentren zu dokumentieren und den Bewohner*innen möglichst niedrigschwellig eine Beschwerdemöglichkeit zur Seite zu stellen. Seit Ende Juli existiert hierfür eine Homepage, auf welcher Geflüchtete, Ehrenamtliche und alle, die Einblick in die Lebensbedingungen in den AnkER-Zentren haben, per Kurz-Umfrage, Transparenz über die realen Bedingungen vor Ort erzeugen können. Zusätzlich gibt es auch einen Vorfallsmelder, der schnell eine kritische Öffentlichkeit bei akuten Problemen, wie zum Beispiel, bei Gewalt durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, erzeugen möchte. Über die Probleme in den AnkER-Zentren kann auch über Telefon, E-Mail oder die sozialen Medien berichtet werden. Das Team von Anker-Watch sammelt alle Vorfälle und veröffentlicht diese auf der Homepage und den sozialen Medien wie Twitter, Instagram und Facebook.

Als die Homepage Ende Juli veröffentlicht wurde, organisierte Anker-Watch eine Pressekonferenz zu den Bedingungen in den AnkER-Zentren. Hierfür konnten die Fachanwältin für Migrations- und Asylrecht Anna Frölich, die Psychiaterin Stephanie Hinum (Ärzte der Welt), Gabi Höbenreich-Hayek (SOLWODI), Jana Weidhaase (Bayerischer Flüchtlingsrat/WeTalk), Katharina Grote (Bayerischer Flüchtlingsrat/Anker-Watch), sowie die ehemalige Bewohnerin Blessing Christopher, als Referentinnen gewonnen werden. Die Kritik der Expertinnen erzeugte ein großes Medienecho. Sowohl in der Tagesschau vom 23.07.2019 also auch in diversen Printmedien wie der Süddeutschen Zeitung wurde über die geäußerte Kritik berichtet. Für einen ausführlichen Pressespiegel hier.

Anlässlich eines Expertenhearings im Landtag zu den AnkER-Zentren am 26.09.2019, lud Anker-Watch ehemalige und aktuelle Bewohner*innen der AnkER-Zentren zu einem alternativen Expertenhearing ein. Ziel war es, den Geflüchteten eine Stimme zu geben und nicht nur über sie zu reden, sondern vor allem sie selbst zu Wort kommen zu lassen. Viele der anwesenden Experten beklagten sich über die fehlende Privatsphäre, die fehlende Selbstbestimmung und Gewalt, sowie sexuelle Übergriffe von Seiten des Sicherheitsdienstes. Die Veranstaltung wurde gut besucht und gab einen oftmals sehr intimen und erschreckenden Einblick in die Lebensrealität der Bewohner*innen der AnkER-Zentren.