AnkER-Zentren

2018 hat es die CSU geschafft, den bayernweiten Irrsinn, Geflüchtete während des Asylverfahrens in Zentren zu isolieren, bundesweit zu exportieren, jetzt unter dem neuen und innovativem Namen AnkER-Zentren (Zentrum für Ankunft, Entscheidung und Rückführung). Diese Ankerzentren sollen der Beschleunigung der Asylverfahren dienen, indem alle Akteure, die Regierung, das BAMF und das Verwaltungsgericht vor Ort vertreten sind. Ziel ist vor allem eine schnelle und direkte Rückführung nach negativem Abschluss des Asylverfahrens. In der praktischen Arbeit dieser Zentren in Bayern sieht man, dass damit noch ganz andere Ziele verfolgt werden: die Asylsuchenden sollen isoliert werden und nur schwer Zugang zu Integrations-angeboten bekommen. Wie das Zugangsverbot für unser Projekt Infobus zeigt, wird gezielt versucht, eine unabhängige Beratung der Asylsuchenden zu unterbinden. Mit den Standorten der Ankerzentren in Bayern wurden überwiegend Orte gewählt, die weitab der bereits bestehenden Unterstützungsstrukturen für Geflüchtete liegen. Die häufig isolierte Lage, die Größe der Einrichtungen sowie der erschwerte Zugang für Ehrenamtliche und NGOs führen dazu, dass die Geflüchteten kaum in Berührung und Austausch mit der einheimischen Nachbarschaft kommen. Integration wird bewusst verhindert, Kinder dürfen nicht die Regelschulen besuchen, sondern müssen campinternen Unterricht besuchen, der mit Regelschulunterricht nichts gemein hat. Geflüchtete müssen bis zu 18 Monate in diesen Zentren verbringen. Sie haben hier keine Möglichkeit auf eine freie Gestaltung ihres Lebens. Die bayerische Regierung versucht die Menschen überwiegend mit Sachleistungen abzuspeisen, durch die minimale Auszahlung an Barmitteln wird die Entscheidungsfreiheit über die Lebensgestaltung, aber auch die Möglichkeit einen Rechtsbeistand zu engagieren, ultimativ untergraben. Es gibt keine Möglichkeit selbst Essen zuzubereiten, man ist an feste Essenszeiten gebunden.Wasserkocher für die Zubereitung von Babynahrung wurden, nach starker Kritik aus
Opposition und Zivilgesellschaft von der Regierung versprochen – bis dato jedoch den Müttern nicht übergeben.
Um die systematische Isolation aufzubrechen und auf Missstände und Gewaltübergriffe in Ankerzentren aufmerksam zu machen, gründete der Münchner Flüchtlingsrat gemeinsam mit anderen Menschenrechtsorganisationen, Initiativen und Ehrenamtlichen ANKER-Watch. Wir möchten die Bedingungen in den ANKER-Zentren öffentlich machen, um besser über die Situation vor Ort informieren und aufklären zu können. Anker-watch.de soll helfen, die
Situation in den ANKER-Zentren zu dokumentieren.
www.anker-watch.de

Wir kritisieren die AnkERzentren aufs Schärfste, weil sie die Menschen auf den verschiedensten Ebenen entrechten und so durch Isolation und Perspektivlosigkeit gezielt Unruhe und Probleme provoziert werden. Sie beinhalten keinen positiven Ansatz zur Integration und schädigen nicht nur die Gesundheit und Psyche der Geflüchteten, sondern werden auch zukünftig das Sozialgefüge in Bayern negativ beeinflussen.