Minderjährige Flüchtlinge

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) sind Geflüchtete, die ohne Eltern nach Deutschland kommen. Sie bilden eine Gruppe von Schutzsuchenden die unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie sind schon als Kinder oder Jugendliche von ihren Familien getrennt worden und haben auf der Flucht oft schlimmste Dinge gesehen, oder gar selbst erlebt. Viele kommen traumatisiert in Deutschland an. Deshalb ist es wichtig, dass sie schnellstmöglich in Obhut genommen und unter Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse untergebracht und betreut werden. Verschiedene Dinge tragen erheblich zur psychischen Belastung der ankommenden umF bei. Hier sind insbesondere die Trennung von Familie und Freunden im Heimatland sowie aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten zu nennen. Trotz großer Umstrittenheit kommt es laut über 40 % der Befragten Fachkräfte in Bayern zu medizinischen Alterseinschätzungsverfahren. Diese Verfahren greifen in die körperliche Integrität der Betroffenen ein und gewähren zu allem Überfluss kein zuverlässiges Ergebnis.

Aus den eben genannten Punkten ergeben sich folgende Forderungen:
Zuallererst sollte die Basis aller Maßnahmen immer die Beachtung der besonderen Vulnerabilität der umF sein und alle Handlungsanweisungen daran abgeleitet werden. Kinder und Jugendliche, ob unbegleitet oder nicht, sollten unter keinen Umständen, auch nicht für kurze Zeit, in AnkER-Zentren untergebracht werden. Eine angemessene psychosoziale Betreuung kann dort genauso wenig gewährleistet werden, wie notwendige Bildungsangebote und ein geschützter Raum für besonders Schutzbedürftige. Daran schließt sich die Forderung an, dass Verteilungen weniger an Quoten und mehr an existierenden Betreuungsstrukturen für umF orientiert werden sollten. Des Weiteren ist es notwendig umF unabhängige Vormünder zur Seite gestellt werden, um den oben genannten Interessenskonflikten, speziell auch in Bezug auf rechtliche Belange, vorzubeugen. Medizinische Alterseinstufungstests sind keine befriedigende Hilfe bei der Altersfeststellung. Stattdessen sollte das Wohl des jungen Heranwachsenden im Vordergrund stehen, unabhängig davon ob das 18. Lebensjahr beendet ist oder nicht. Die Schutzbedürftigkeit endet nicht schlagartig mit der Vollendung des 18. Lebensjahr.

Weiter Informationen:

  • Bundesfachverband Minderjährige Flüchtlinge BumF e.V.